Sichere Orientierung hat ihren Preis

Das Motorschiff Großherzog Ludwig wird mit neuem Radar ausgerüstet. Das kostet 23 700 Euro

Ein neues Schiffsradar auf dem MS Großherzog Ludwig wird künftig für die Sicherheit der Passagiere sorgen. Da das bisherige Radar eines englischen Herstellers defekt ist und die Reparatur mindestens 3500 Euro kosten würde, entschied sich der Gemeinderat für die Beschaffung eines neuen Geräts von einem Schweizer Hersteller. Da die Motorbootgesellschaft Bodman GmbH aufgelöst und in den Eigenbetrieb „Energie, Versorgung und Verkehr“ (EVV) eingegliedert wurde, ist der Gemeinderat für Entscheidungen, die das Schiff betreffen, zuständig.

Im Gemeinderat hatten zunächst der Technische Geschäftsführer des Schiffes, Manfred Rettich, sowie Schiffspächter Clemens Mauch das Wort, welche die Verhandlungen mit den Firmen Swiss-Radar (Schweiz) und dem bisherigen Ausrüster Raymarine (England) führten. Die Änderung der Rheinschifffahrts- und Bodenseeschifffahrtsverordnung sieht vor, dass nur noch Radargeräte mit EU-Zulassung eingesetzt werden dürfen. Ältere Radaranlagen haben zwar Bestandsschutz, jedoch werden Einschränkungen bei der Höchstgeschwindigkeit gemacht. Als Alternative mit EU-Zulassung bietet der schweizerische Hersteller „Swiss-Radar“ und „Swiss-Radar/komplett“ an, wobei der Zusatz „komplett“ die GPS-Ortung, einen Kompass-Sensor, Kartenmaterial, eine Routenfunktion und eine Blackbox beinhaltet. Raymarine besitzt für seine Radaranlage noch keine EU-Zulassung, ist jedoch beantragt.

Wie in der Sitzung verlautet, kostet die Variante Swiss-Radar 16 700 Euro und Swiss-Radar/komplett 23 695 Euro plus Installation, wobei von einem Rabatt von 20 Prozent ausgegangen werden kann.

Nachdem die EU-Zulassung aufgrund der Änderung der Rheinschifffahrts- und Bodenseeschifffahrtsverordnung eine entscheidende Rolle spielen wird und der Kursverkehr mit der Geschwindigkeitsregelung beeinträchtigt werden könnte, schloss sich der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung an, von einer Reparatur des defekten Schiffsradars Abstand zu nehmen. Im Verlaufe der Diskussion zeichnete sich unter Berücksichtigung von Rabatt und EU-Zulassung eine Mehrheit für die Anschaffung von „Swiss-Radar/komplett“ ab. Wie Clemens Mauch ausführte, sind damit alle Schiffe der BSB sowie diejenigen der Schweiz und Österreich mit Swiss-Radar ausgerüstet. Der Hersteller sitzt in Zürich, während Raymarine-Geräte im Falle einer Reparatur nach England gesandt werden müssten. Der Gemeinderat entschied sich letztlich einstimmig für das Gerät „Swiss-Radar/komplett.“

(Südkurier v. 21.01.13)

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