Bodenseeflotte: Walter Klaus schweigt 


Der Vorarlberger Tourismusunternehmer Walter Klaus will sich aus Furcht vor einem Verfahrensausschluss nicht zu seinen Plänen mit der Schweizer Bodenseeflotte äußern. 

Der 72-jährige Klaus bestätigte auf Anfrage lediglich, dass er sich zusammen mit einer Investorengruppe um die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) bewerbe (Tagblatt von gestern).

Risiko zu gross

Fragen wollte er aber keine beantworten. Er habe wie alle anderen Interessenten ein Stillschweigeabkommen unterzeichnet. Breche er die Abmachung, bestehe das Risiko, aus dem Bieterwettbewerb ausgeschlossen zu werden. Und dieses Risiko wolle er nicht eingehen.

Offen bleiben damit seine Absichten mit der SBS und die Form der Zusammenarbeit mit der österreichischen Flotte, bei der Klaus im letzten Jahr als Teilhaber an Bord gegangen ist. In der Luft bleibt auch das Gerücht, er habe ursprünglich zusammen mit den Stadtwerken Konstanz bei der SBS einsteigen wollen, sei sich aber mit den Deutschen nicht einig geworden.

Gesprächige Konkurrenz

Die Konkurrenz gibt sich gesprächiger. Die «Interessengemeinschaft Bodensee-Schifffahrt Schweiz» hat ihr Konzept Ende Juli der Öffentlichkeit vorgestellt und dabei auch Kritik am Bieterwettbewerb geübt, weil die Jury angeblich befangen sei. Die «Seahorse»-Gruppe aus der Region Arbon hat ihre Pläne mit der SBS am Donnerstag in groben Zügen auf zwei A4-Seiten kommuniziert. Bekannt sind auch die Absichten der Stadtwerke Konstanz.

(St. Galler Tagblatt v. 19.08.06)



Vier Investoren wollen kaufen


Vier Investorengruppen interessieren sich für den Kauf der Schweizerischen Bodensee-Schiffahrtsgesellschaft (SBS). Darunter sind neben den Stadtwerken Konstanz auch zwei bisher noch nicht in Erscheinung getretene Interessenten: die österreichischen Schiffsbetriebe und eine Gruppe um die Arboner awitgroup.

Im Mai 2006 hat die SBB AG die Zürcher KPMG mit der Vorbereitung und der Abwicklung eines Bieterwettbewerbs für den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Schweizerischen Bodenseeschifffahrtsgesellschaft beauftragt. 15 Einzelpersonen und Investorengruppen zeigten nach Angaben der SBB Interesse, vier reichten termingerecht eine unverbindliche Offerte ein.

Darunter sind auch die Stadtwerke Konstanz sowie die IG Bodensee um den Unternehmer Edgar Oehler. Beide sind seit Bekanntwerden der Verkaufsabsichten interessiert an der Übernahme des SBB-Mehrheitsanteils. Neu hinzugekommen sind laut SBB eine Investorengruppe um Walter Klaus und damit die österreichischen Schiffsbetriebe. Walter Klaus ist 2005 bei der rot-weiß-roten Bodenseeflotte eingestiegen und hat in Kressbronn den Bau eines Luxusliners in Auftrag gegeben. Mit dabei ist auch eine Investorengruppe aus der Region Arbon um Rolf Staedler, Gründer und Partner der awitgroup AG, Arbon.

In der zweiten Runde erhalten die Kaufinteressenten nun die Gelegenheit, die Kennzahlen der SBS im Detail zu prüfen. Das Management der SBS steht den potenziellen Investoren für Gespräche und Detailauskünfte zur Verfügung. Im Anschluss reichen die Kaufinteressenten ein verbindliches Übernahmeangebot ein. Der Steuerungsausschuss, der sich aus Vertretern des Kantons Thurgau, der Gemeinde Romanshorn sowie der SBB als entscheidende Mitglieder zusammensetzt, wird die Angebote prüfen und definitiv entscheiden, wer die Mehrheitsbeteiligung erwerben kann. Laut Medienmitteilung geht die SBB davon aus, dass das Verfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. Die Basisanforderungen an die Interessenten verlangen unter anderem die Weiterführung des fahrplanmäßigen Fährbetriebs Romanshorn-Friedrichshafen und der Kursschifffahrt. Ebenso wird die Erhaltung der Werft in Romanshorn mit den dazugehördenen Arbeitsplätzen vorausgesetzt. Die Gesellschaft muss als Schweizer Firma nach Schweizer Recht funktionieren und die Schiffe sollen weiter unter Schweizer Flagge fahren. Von den Interessenten werden zudem die Investitionspläne für die kommenden fünf Jahre verlangt.

(Südkurier v. 19.08.06)

Noch vier Interessenten im Rennen um die SBS

Im Bieterwettbewerb um die Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung der SBB AG an der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) ist die erste Runde abgeschlossen. Vier Interessenten haben termingerecht eine erste Offerte eingereicht. In einer zweiten Runde werden diese vier Interessenten nun eingeladen, eine verbindliche Offerte einzureichen.

Die SBB AG hat im Mai 2006 die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG in Zürich mit der Vorbereitung und der Abwicklung eines neutralen Bieterwettbewerbs zum Verkauf der SBB Mehrheitsbeteiligung an der SBS AG beauftragt. Potentielle Kaufinteressenten konnten ab 14. Juni 2006 die Ausschreibungsunterlagen beziehen und eine unverbindliche Offerte einreichen. Insgesamt 15 Interessenten - Einzelpersonen und Investorengruppen - kamen der Einladung nach und signalisierten Interesse an der Übernahme der SBS. Vier Interessenten reichten anschließend termingerecht eine unverbindliche Offerte für die SBS ein. Der paritätische Steuerungsausschuss mit Vertretern von SBB, des Kanton Thurgaus und der Gemeinde Romanshorn sowie vom KPMG hat die eingegangenen Unterlagen gesichtet und diese anhand der von der SBB publizierten Basisanforderungen geprüft. Aufgrund dieser ersten Prüfung hat der Steuerungsausschuss entschieden, alle vier Interessenten zur zweiten Evaluationsrunde zuzulassen. Bei den vier Interessenten handelt es sich um die IG-Bodensee, die Stadtwerke Konstanz, eine Investorengruppe um Walter Klaus, vertreten über eine Schweizer Anwaltskanzlei, sowie eine Schweizer Investorengruppe, vertreten durch die awitgroup, Arbon.

Zweiter Schritt: Vertiefte Geschäftseinsicht und verbindliche Offertstellung

In der zweiten Runde erhalten die Kaufinteressenten nun die Gelegenheit, im Rahmen einer so genannten Due Diligence die Kennzahlen der SBS im Detail zu prüfen. Ebenfalls steht das Management der SBS den potentiellen Investoren für Gespräche und Detailauskünfte zur Verfügung. Im Anschluss an die Due Diligence reichen die Kaufinteressenten bei anhaltendem Interesse ein verbindliches Übernahmeangebot ein. Der Steuerungsausschuss wird darauf die Angebote prüfen und definitiv entscheiden, an wen die SBB AG ihre Aktienmehrheit der SBS veräussert. Die SBB geht davon aus, dass das Verkaufsverfahren voraussichtlich noch dieses Jahr abgeschlossen werden kann.

Zusammensetzung Steering Committee - Dr. Kaspar Schläpfer (Kt. TG) - Max Brunner (Gemeinde Romanshorn) - Paul Blumenthal (SBB) - Reto Meinhardt (SBB) - Bettina Bormann (KPMG) als beratendes Mitglied (Keine Entscheidung)

Die Basis-Anforderungen an die Kaufinteressenten der SBS AG

Bestätigung zur Einhaltung der Verpflichtung eines Käufers zur nachhaltigen Sicherung der Schifffahrt und des Werftbetriebs, insbesondere: 
- Die Weiterführung des fahrplanmäßigen Fährbetriebs und der fahrplanmäßigen Kursschifffahrt, beides im bisherigen Leistungsumfang und zu nicht höheren Abgeltungskosten als bisher (exklusive Teuerung).
- Verrechnung von 90% der Netto-Überschüsse (nach Abzug der Unterhalts- und Erneuerungskosten) aus der heutigen und allenfalls ergänzten Bootshafenkonzession mit der fahrplanmässigen Kursschifffahrt. 
- Erhalt der Werft in Romanshorn und der dortigen Arbeitsplätze. 
- Verbleib der SBS als Schweizer Firma nach Schweizer Recht und Verkehr der Schiffe mit Schweizer Flagge. 
- Eine unverbindliche Angabe des Kaufpreises in Schweizerfranken (CHF), den Sie für das Verkaufsobjekt (Anteile an SBS und Immobilien) zu bezahlen bereit sind. Ihre Preisangabe sollte auf dem Gesamtunternehmenswert ("Enterprise Value") basieren, also auf der Annahme, dass die Firma frei von flüssigen Mitteln sowie zinstragenden Finanzverbindlichkeiten wäre ("cash and debt free"). 
- Ihre Bewertungskriterien zur Bestimmung des Enterprise Values, sowie die Annahmen und die Hauptüberlegungen auf welchen Ihre Offerte basiert. 
- Erörterung der wesentlichen Bedingungen, die an Ihre Offerte geknüpft sind, sowie eine Bestätigung, dass darüber hinaus keine materiellen Bedingungen existieren. 
- Eine Beschreibung der Hauptgründe, die Sie veranlassen könnten, eine Änderung des angegebenen Kaufpreises in Betracht zu ziehen. 
- Die Offenlegung der Identität aller an Ihrer indikativen Offerte beteiligten Investoren. 
- Eine Beschreibung Ihrer strategischen Beweggründe für die Transaktion und der zukünftigen Pläne nach der Transaktion, insbesondere zu: 
- Entwicklung/ Nachhaltigkeit der einzelnen Geschäftsfelder. -
- Investitionspläne für die nächsten 5 Jahre. 
- Pläne zu Organisation, Firmenstruktur, Management und Mitarbeitern. 
- Einer möglichen Beteiligung des Kantons Thurgau und der Gemeinden am Aktienkapital und im Verwaltungsrat. 
- Eine Beschreibung und gegebenenfalls einen Nachweis der geplanten Finanzierung des Kaufpreises und der geplanten Strukturierung der Transaktion. 
- Angaben bezüglich Ihrer weiteren, internen Entscheidungsprozesse (Zustimmung Verwaltungsrat etc.) und eine Einschätzung der Ihrerseits benötigten Zeit bis zum Abschluss der Transaktion. 
- Name, Adresse, Telefonnummer und vertrauliche Faxnummern Ihrer Kontaktperson in Bezug auf Ihre unverbindliche Offerte. 
- Angaben zu Ihren Beratern (einschliesslich Finanz- und Rechtsberatern) die Sie im Zusammenhang mit dieser Transaktion beauftragt haben bzw. zu beauftragen beabsichtigen.

(Medienmitteilung - Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft v. 17.08.06)

 

Klaus will Schweizer Flotte

Im Bieterwettbewerb um den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung der Schweizerischen Bundesbahnen an der Schweizer Bodenseeflotte ist die 1.Runde abgeschlossen.

Fazit: Der Verkauf soll heuer abgeschlossen werden, vier Interessenten sind noch im Rennen. Und einer von ihnen ist nach Angaben der SBB Vorarlbergs Tourismus-Unternehmer Walter Klaus. Klaus selbst wollte sich zur Sache allerdings nicht äußern. Er könne und wolle dazu nichts sagen, meinte der Unternehmer auf "VN"-Anfrage: "Das Ausschreibungsprozedere lässt mir keine andere Wahl." Neben Klaus - in seinem Eigentum befinden sich neben der einstigen ÖBB- Bodenseeflotte beispielsweise auch das Skigebiet Silvretta-Nova - haben sich noch die IG Bodensee, die Stadtwerke Konstanz und eine Schweizer Investorengruppe um die Schweizer Flotte beworben. Klaus soll dabei durch eine Schweizer Anwaltskanzlei vertreten werden, hieß es.

Unverbindliche Offerte

Die SBB haben die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft im Juni zum Verkauf ausgeschrieben. Insgesamt hätten 15 Einzelpersonen und Investorengruppen Interesse am Kauf signalisiert, teilten die SBB gestern mit. Jene vier verbliebenen Interessenten haben nun unverbindliche Offerte eingereicht. Der Steuerungsausschuss, der aus Vertretern der SBB, des Kantons Thurgau, der Gemeinde Romanshorn und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG besteht, hat die eingegangenen Unterlagen geprüft und zu einer zweiten Evaluationsrunde zugelassen. Der Bieterwettbewerb wird von der KPMG in Zürich abgewickelt. Nun erhalten die Interessenten Gelegenheit, die Kennzahlen der SBS im Detail zu prüfen. Außerdem werden die potenziellen Investoren Gespräche mit dem SBS-Management führen und Detailauskünfte bekommen. Anschließend können sie ein verbindliches Angebot abgeben. Nach der Prüfung dieser Angebote entscheidet der Steuerungsausschuss darüber, an wen die SBB AG ihre Aktienmehrheit verkauft.

Der Kaufpreis

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) gaben Ende April bekannt, dass sich der Totalbetrag für die Übernahme der SBB-Anteile an der SBS AG auf rund 3,4 Millionen Franken (umgerechnet 2,15 Millionen Euro) belaufen werde.

(VN vom 18.08.06)

 

Begehrte Bodenseeflotte

Vier haben eine Offerte eingereicht - Im Rennen ist auch eine zweite Thurgauer Gruppe

Für die Schweizerische Bodensee- Schifffahrtsgesellschaft (SBS) interessieren sich nebst den deutschen nun auch die österreichischen Schiffsbetriebe und eine Gruppe aus der Region Arbon.

Die SBB haben die SBS im Juni zum Verkauf ausgeschrieben. Der Bieterwettbewerb wird von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG in Zürich abgewickelt. Insgesamt hätten 15 Einzelpersonen und Investorengruppen Interesse am Kauf signalisiert, teilten die SBB am Donnerstag mit. Vier Interessenten haben schliesslich eine unverbindliche Offerte eingereicht. Alle vier sind nun eingeladen, ein verbindliches Angebot zu unterbreiten.

Tourismuskönig aus Vorarlberg

Im Rennen sind zwei bekannte und zwei neue Bewerber. Bekannt sind die «Interessengemeinschaft Bodensee-Schifffahrt Schweiz» mit AFG- Chef Edgar Oehler und die Stadtwerke Konstanz, die ihr Interesse schon vor einigen Wochen angekündigt haben. Bis jetzt nicht an die Öffentlichkeit getreten war eine Investorengruppe um Walter Klaus. Bei ihm dürfte es sich um den Hauptaktionär der Silvretta Nova Gruppe handeln, der in Vorarlberg ein Tourismusimperium aufgebaut hat und im letzten Jahr auch bei der österreichischen Bodenseeflotte eingestiegen ist. Mit ihr hat der 72- Jährige, der gestern nicht zu erreichen war, Grosses vor. Unlängst hat er den Bau eines Luxusliners für 13,5 Millionen Franken in Auftrag gegeben. Dass er sich auch für die SBS interessiere, war gemunkelt worden.

Gruppe aus Region Arbon

Bei der SBS an Bord gehen will außerdem eine Gruppe aus der Region Arbon um Rolf Staedler, Gründer und Partner der awitgroup AG aus Arbon. Weitere Namen sind nicht bekannt. Die Oberthurgauer wollen nicht nur die Flotte übernehmen, sondern möchten gleichzeitig auch das Massivlagerhaus im Hafen Romanshorn kaufen und darin ein Vergnügungs- und Freizeitcenter eröffnen. Nun erhalten die Interessenten Gelegenheit, die Kennzahlen der SBS im Detail zu prüfen und Gespräche mit dem SBS-Management zu führen. Anschließend können sie eine verbindliche Offerte abgeben.

(St. Galler Tagblatt v. 18.08.06)

 

Grosses Gerangel

Bodenseeflotte: Erste Runde im Bieterwettbewerb abgeschlossen - Vier Bewerber

Vier Interessenten im Rennen um die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) haben die erste Runde des Bieterwettbewerbes überstanden.

Den Stadtwerken Konstanz und der Investorengruppe um AFG-Chef Edgar Oehler - beide haben ihre Ambitionen bereits vor einigen Wochen öffentlich gemacht - ist Konkurrenz erwachsen: Bei der SBS an Bord gehen will auch eine Gruppe um Walter Klaus, wie die SBB gestern mitteilten.

Österreicher bieten mit

Bei ihm dürfte es sich um den 72-jährigen "König des Vorarlberger Tourismus" ("Anzeiger") handeln, der im letzten Jahr bei der österreichischen Flotte eingestiegen ist und kürzlich bei der Bodanwerft in Kressbronn den Bau eines 66 Meter langen Luxusliners mit Theatersaal und Galerie in Auftrag gegeben hat. Das 13,5 Millionen teure Schiff soll bereits im nächsten Jahr vom Stapel laufen und dann auf dem Bodensee kreuzen. Klaus war gestern nicht zu erreichen, die SBB konnten keine näheren Angaben machen.

Neue regionale Interessenten

Beworben um die SBS hat sich auch eine bis jetzt unbekannte Gruppe aus der Region Arbon, deren Sprecher Rolf Staedler Partner und Gründer der awitgroup AG ist. Wer die anderen sind, will der Steuerexperte und Unternehmensberater aus Arbon nicht sagen. "Dazu ist es zu früh." Denn noch sei nicht klar, ob sie überhaupt eine verbindliche Offerte einreichen wollten - Eintrittsbillett zur zweiten Runde des Bieterwettbewerbes. Der Entscheid falle in den nächsten zwei bis drei Wochen, sagte der Präsident des Gewerbevereins der Region Arbon. "Im Moment prüfen wir das Risiko im Detail."

Vergnügungscenter eröffnen

Das Projekt der Gruppe um Schaedler mit dem Namen "Seahorse" soll gemäß einer Mitteilung einerseits gewährleisten, dass weiter Schiffe mit Schweizer Flagge Deutschland und Österreich anlaufen. Gleichzeitig wollen die Oberthurgauer "das Naherholungs- und Tourismusgebiet Bodensee" aufwerten, beispielsweise mit Event- und Erlebnisfahrten. Voraussetzung für einen erfolgreichen Betrieb der SBS sei aber, dass die Schifffahrt "in ein modernes und zeitgemäßes Umfeld eingebettet" werde. Konkret will die "Seahorse"-Gruppe das zum Verkauf stehenden Massivlagerhaus in Romanshorn zur neuen "Basis" der SBS machen und darin ein Vergnügungs- und Freizeitcenter eröffnen.

Cason aus dem Spiel

Nichts mehr mit dem Verkauf zu tun haben dürfte SBS- Minderheitsaktionär Flavio Cason. Dass er sein Vorkaufsrecht auf dem Rechtsweg durchsetzen werde, sei im Moment eher unwahrscheinlich, liess er durchblicken. Weiter im Rennen bleibt die Thurgauer Investorengruppe, die den Bieterwettbewerb in Gang gebracht hatte. "Wir machen weiter", sagte Hermann Hess. Auch wenn es im Verfahren viele Ungereimtheiten gebe.

(Markus Schoch/St. Galler Tagblatt v. 18.08.06)

 

Vier kämpfen um Bodenseeflotte

Alle vier ernsthaften Interessenten am Kauf der Schweizer Bodenseeflotte kommen in die zweite Runde. Neben Konstanz bewerben sich zwei Thurgauer Investorengruppen - und der Vorarlberger Tourismuskönig.

Im Bieterwettbewerb um die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) ist die erste Runde abgeschlossen, wie die SBB gestern kundtaten. Diese hatten sich auf Drängen des Regierungsrates entschlossen, den Verkauf der SBS zu öffnen. Insgesamt signalisierten gemäss SBB 15 Einzelpersonen und Investorengruppen Interesse an einem Kauf, doch nur vier Interessenten reichten termingerecht eine erste, unverbindliche Kaufofferte ein. Auf Grund einer ersten Prüfung habe der Steuerungsausschuss - er besteht neben zwei SBB-Vertretern aus Regierungsrat Kaspar Schläpfer und dem Romanshorner Gemeindeammann Max Brunner - entschieden, alle vier Interessenten auch zur zweiten Runde zuzulassen. "Alle vier haben alle Kriterien erfüllt", begründet die SBB-Sprecherin Michèle Bamert. Wichtigstes Ziel von SBB, Kanton und Gemeinden sei es, Arbeitsplätze und Werft zu erhalten.

Zwei neue Interessenten

Zwei der Interessenten sind bekannt, die Stadtwerke Konstanz und die Thurgauer Investorengruppe Bodensee um Hermann Hess und Edgar Oehler sowie mit der Stadt Rorschach. Neu sind die zwei anderen Interessenten. Zum einen handelt es sich um die Thurgauer Investoren- Gruppe "Seahorse". Sie will keine Namen nennen, es seien aber Investoren, Fachspezialisten und Unternehmer aus der Region Arbon, die mit Romanshorn eng verbunden seien, wie sie in einer Stellungnahme betonen. Zum andern bewirbt sich auch der Vorarlberger Tourismuskönig Walter Klaus um die Schweizer Schiffe. Ihm gehören im Bundesland Vorarlberg Skilifte, Hotels und Casinos, vor allem aber gehört ihm seit 2005 ein Teil der österreichischen Bodenseeflotte. Er war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Alle vier Interessenten wollen die SBS unter Schweizer Flagge weiterführen, die Verbindungen verbessern, die zwei Thurgauer Gruppen wollen zudem die Seeregion auch touristisch aufwerten.

Wichtigster Schritt folgt jetzt

In der zweiten Runde erhalten die Kaufinteressenten laut Bamert nun die Möglichkeit, die Kennzahlen der SBS im Detail zu prüfen, was die Gruppe Bodensee schon seit Monaten fordert. Zudem stehe das SBS- Management für Auskünfte zur Verfügung. Anschließend sollen die Interessenten bis zum Herbst bei anhaltendem Kaufinteresse ihre verbindlichen Übernahmeangebote einreichen. Der Steuerungsausschuss hofft, den Verkaufsentscheid bis Ende Jahr treffen zu können. 

(Thurgauer Zeitung v. 18.08.06)

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