Klaus und Bodanwerft dementieren Übernahme-Absichten

Mit der „Sonnenkönigin“ geht es planmäßig voran

Der Vorarlberger Tourismusunternehmer Walter Klaus hat gestern Kaufabsichten gegenüber der Kressbronner Bodanwerft dementieren lassen. Ergänzt und unterstrichen wird das Dementi durch die Geschäftsleitung der Werft. Mitinhaber Robert Dittmann wandte sich zudem gegen die Mutmaßung, das größte Werftunternehmen am Bodensee sei überschuldet. In der Werft entsteht zur Zeit die „Sonnenkönigin“. Mit dem Prototyp, so heißt es dort, gehe es planmäßig voran. Das neu konzipierte, 1000 Fahrgäste fassende Wasserfahrzeug soll übers Jahr zum Flaggschiff auf dem Bodensee avancieren. Es sollte eigentlich schon seit dem Frühjahr 2007 auf dem Bodensee unterwegs sein.

Die im Ausbau befindliche „Sonnenkönigin“ wird diesen Samstag, wie vorgestern berichtet, erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Die massive Verzögerung beim Bau des neuen, multifunktionalen Schiffes, das auch als schwimmendes Konzert- und Kongresshaus dienen soll, nährte Spekulationen, die Werft habe sich verkalkuliert. In Bootsbauerkreisen hieß es, die mit 6,5 Millionen Euro vereinbarten Gestehungskosten würden sich wohl verdoppeln. Weil die Kapitaldecke des Werftbetriebes dünn sei, müsse man auch mit einem Einstieg der Klaus-Gruppe bei der Bodanwerft rechnen.

„Alles reine Spekulation“

Werft-Geschäftsführer Dittmann sagte dazu gestern, das sei „alles reine Spekulation“ und „zudem völlig unzutreffend“. Auch die genannten Zahlen seien falsch. Der Bau der „Sonnenkönigin“ schreite voran, und zwar in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber. Es handle sich um einen Prototyp, und da komme es logischer Weise relativ häufig zu Anpassungen oder Änderungen. Eine Kostensteigerung auf das Doppelte des veranschlagten Preises, sei allerdings eine „haltlose Spekulation“, und es sei „unverantwortlich“, eine solche Behauptung in die Welt zu setzen.

Dittmann wandte sich ferner dagegen, irgendwelche Preise zu nennen. Auch eine ursprüngliche Festlegung auf 6,5 Millionen Euro für die „Sonnenkönigin“ verwies der Geschäftsführer ins Reich der Spekulation. Zwischen Auftraggeber und Werft sei nun einmal Stillschweigen vereinbart worden.

Die Vorarlberger Nachrichten (VN) hatten am 27. Februar 2006 gemeldet, für „rund neun Millionen Euro“ sei das neue Eventschiff mit samt einem kleinen Passagierschiff in Auftrag gegeben worden.

Fussach zu 100 Prozent bei Klaus

Von Robert Vasak wird die Haltung und Auffassung Dittmanns vollumfänglich mitgetragen. Auch der Geschäftsführer der Vorarlberg Lines wies darauf hin, dass man bei der Fertigung der „Sonnenkönigin“ an einem Prototyp baue. Da dürfe man nicht „dauernd durch Nachfragen gestört werden“. Vasak korrigierte bei dieser Gelegenheit die Kunde von einer Beteiligung der Klaus-Gruppe an der Werft in Fussach: Klaus hat die Werft inzwischen von der Öswag gekauft.

Das war noch nicht durchgedrungen bis zu den Stadtwerken Konstanz, die als Mutterunternehmen der größten Bodenseeflotte die Entwicklung auf der anderen Seite des Sees sehr aufmerksam verfolgen. Zu einem eventuellen Einstieg in die Bodanwerft könne er nichts sagen, erklärte Kuno Werner, einer der beiden Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz. Im übrigen arbeite man „sehr gut“ mit dem Kressbronner Werftbetrieb zusammen und er habe den Eindruck, dass das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich geführt werde.

(Dornroeschen.nu v. 06.07.07)

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