Gute Saison für Rheinschifffahrt

Über 11 Prozent mehr Fahrgäste als im Vorjahr wurden von der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) in diesem Jahr befördert.

«Es war eine gute Saison für die URh», blickte Walter Herrmann, Direktor der Verkehrsbetriebe und seit zwei Jahren auch der URh, gestern auf die vergangenen 195 Fahrplantage zurück. 391.000 Passagiere wurden in dieser Zeit auf den URh-Schiffen gezählt, das entspricht einer Zunahmen von über 11  Prozent gegenüber dem - zugegebenermaßen schlechten - Jahr 2006. Aber auch im Vergleich mit dem Jahr 2005 hatte man noch immer 16.000 Passagiere mehr an Bord.

April und Wochenenden als Rettung

Die schönen Tage im April und die sonnigen Wochenenden machte Direktionsassistent Thomas Rist für die «Rettung der Saison» verantwortlich, aber ohne die beiden Verlängerungswochen hätte man bei den Fahrgastzahlen nur das Niveau von 2005 erreicht. Spitzentag war der erste Septembersonntag mit 5.310 Fahrgästen. Legt man ein Vollkostenrechnung zu Grunde, so hat die Saisonverlängerung die anfallenden Kosten nicht gedeckt: «Es ist nicht das große Geschäft, aber gelohnt hat es sich trotzdem, denn wir konnten die Schiffe besser auslasten», zog Walter Herrmann Bilanz. Zwar liegt wenige Tage nach dem Saisonende noch kein betriebliches Jahresergebnis vor, doch «wir werden schwarze Zahlen schreiben», bestätigte Herrmann frühere Aussagen (siehe SN vom 8. September). Die Saisonverlängerung im Herbst hat sich also insgesamt bewährt, gleichwohl zieht man Lehren aus der vergangenen Saison: Die unrentablen Unterseerundfahrten werden im kommenden Jahr aus dem Fahrplan der Vor- und Nachsaison (21. März bis 4. Juli respektive 8.  September bis bis 19. Oktober) gekippt. Wie Thomas Rist erklärte, will man im Herbst generell nicht mehr so früh losfahren, weil die nebligen Herbstmorgen viele Fahrgäste abschrecken würden. Weiter ist geplant, auch früher - noch vor Einbruch der Dunkelheit - den Verkehr zu beenden. Weil die Meldefristen für das Kursbuch dazu zwangen, musste der Fahrplan 2008 noch vor dem Vorliegen dieser Erkenntnisse festgelegt werden. Das bedeute, dass die genannten Verlegungen der Star- und Schlusszeiten erst im Fahrplan 2009 wirksam werden.

Änderungen 2008

Im Jahr 2008 wollen die URh bereits am 21. März in die Saison starten und erneut bis am 19. Oktober unterwegs sein. Während der Vor- und Nachsaison wird auf die Unterseerundfahrten verzichtet. Hingegen wird der Fahrplan der Vor- und Nachsaison die gleiche Struktur aufweisen wie jener der Hauptsaison: Es werden vier durchgehende Kurse von Schaffhausen nach Kreuzlingen und zurück angeboten. Zu einem Abbau wird es also nicht kommen, hingegen zu einer «Verlagerung», wie Herrmann sagte: Bereits 2008 wird der genannte Neun-Uhr-Kurs ab Stein am Rhein hinauf in den See nicht mehr verkehren und durch einen um 11.10 Uhr ersetzt. «Dafür haben wir dann einen sauberen Zweistundentakt», so Herrmann, wohlwissend, dass diese Veränderung nicht von allen betroffenen Gemeinden begrüßt werden dürfte.
Nach wie vor als «Sorgenkind» sei gemäß Walter Herrmann die Pensionskasse der URh zu bezeichnen, auch sei die Personaldecke noch immer relativ dünn. Umso mehr freute sich der URh-Direktor, dass er den Medien gestern zwei frischgebackene Schiffsführer vorstellen durfte: Daniel Martini wird künftig am Steuer der «Munot» sitzen, während Urs Thaler die «Schaffhausen» durch die Fluten lenken wird.


(
Robin Blanck/Schaffhauser Nachrichten v. 24.10.07)



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