Endlich Herr im eigenen Hafen

Der Hafen kommt endlich ins Eigentum der Stadt Lindau: Mit einem Handschlag vor Löwe und Leuchtturm haben die Oberbürgermeister Petra Seidl und Horst Frank am Mittwoch den Hafenstreit beendet. Lindau bekommt den Hafen und gesteht den Konstanzern im Gegenzug zu, dass sie auf unbefristete Zeit mit der Weißen Flotte die Liegeplätze im Hafen nutzen dürfen.

Mit einem bayerischen Löwen aus Marzipan tröstete Seidl ihren Konstanzer Kollegen gestern Morgen, als sie vor zahlreichen Journalisten auf der MS Karlsruhe das Ergebnis der mehr als sechs Jahre dauernden Verhandlungen verkündeten. Denn den echten Löwen mitsamt Leuchtturm und allem, was dahinter liegt, geben die Konstanzer jetzt ab.

Dabei bemühten sich beide Seiten gestern um den Eindruck, dass es weder Sieger noch Besiegte gebe. Vielmehr hätten beide gewonnen und die Region noch dazu, weil der Streit der Nachbarstädte am Bodensee friedlich gelöst wurde und die Bodensee-Schifffahrt in ihrem wichtigsten Hafen vorankommen werde.

Warum es so lange gedauert hat, bis Lindau und Konstanz sich auf eine Linie geeinigt haben, darüber wollten beide gestern nicht mehr sprechen. Sie blickten vielmehr nach vorne: Bis zum Jahresende sollen die Notarverträge unter Dach und Fach sein. Im kommenden Jahr wird Lindau den Kaufpreis überweisen. Über die genaue Summe bewahren die Beteiligten Stillschweigen. Seidl bestätigte aber, dass die im Haushalt bereitgestellten zwei Millionen Euro "uns dicke reichen", um den Kauf mitsamt aller anfallenden Nebenkosten abzuwickeln. Angesichts von etwa 46000 Quadratmetern kann man von einem echten Schnäppchen sprechen, zumal Lindau Einnahmen aus den an Segler vermieteten Liegeplätzen bekommt.

Wie viel Konstanz dafür zahlen muss, dass die Schiffe Lindau anfahren dürfen und dass die Bodensee-Schiffsbetriebe im Hafen Büros, Verkaufsschalter, Tankstelle und Lagerflächen behalten, darüber bewahrten beide ebenfalls Stillschweigen. Das sei Teil des Gesamtpakets. Dazu gehört auch, dass Konstanz innerhalb der nächsten fünf Jahre auf eigene Kosten und in Absprache mit Lindau die heruntergekommene Eilguthalle saniert, die sie auf Erbpacht für mindestens 50 Jahre nutzen kann. Die Tankanlage kommt unter die Erde. 

Hafen wird erneuert

Einig sind sich Seidl und Frank, dass sie langfristig den ganzen Hafen erneuern und sanieren wollen. Beide Seiten haben dafür vor drei Jahren bereits erste Ideen entwickelt. Zuerst will Seidl aber mit dem Freistaat über Zuschüsse reden, denn Geld für eine aufwendige Hafensanierung hat die hoch verschuldete Inselstadt nicht. Die OB rechnet damit, dass es mindestens bis zum Ende des kommenden Jahres dauern wird, bis hinsichtlich der Fördergelder Klarheit herrscht. Im Anschluss will sie sich an die Planung machen und verspricht dabei eine Beteiligung der Bürger.

Dass beide Bodenseestädte in letzter Minute einen langwierigen und teuren Rechtsstreit vermieden haben, darüber sind Seidl und Frank froh. Seitdem die Stadtwerke Konstanz im Mai 2003 die Weiße Flotte samt zugehöriger Hafenflächen gekauft und Lindau ein Vorkaufsrecht geltend gemacht hatte, schwelte der Streit. Zuletzt war eine Einigung vor anderthalb Jahren gescheitert. Nun hatte das Landratsamt Lindau beiden Städten bis Monatsende Zeit gegeben. Andernfalls wäre der Weg vor die Verwaltungsgerichte frei gewesen.

(Lindauer Zeitung v. 29.10.09)

Lindau bekommt Geld aus Liegeplätzen

Lindau wird Eigentümerin des Hafens, Konstanz bekommt umfangreiche Nutzungsrechte. Hier sind die Details der Absprache zwischen beiden Städten:

Lindau erwirbt das Eigentumsrecht an allen Flächen im Seehafen. Die Einnahmen aus dem Sportboothafen vor dem Finanzamt gehen an die Stadt.

Konstanz erhält das Recht, den Westhafen und den Steg 6 hinter dem Mangturm auf unbefristete Zeit zu nutzen. Dies wird als beschränkt persönliche Dienstbarkeit im Grundbuch eingetragen und so dauerhaft gesichert. Zusätzlich erhält Konstanz die Einnahmen aus den 23 Liegeplätzen der Leuchtturmmole.

Lindau bestellt zugunsten von Konstanz ein Erbbaurecht an der Eilguthalle mit Tankanlage, die aber unter die Erde verlagert wird. Das Erbbaurecht läuft 50 Jahre und kann um weitere 25 Jahre verlängert werden. Zugleich ist es Aufgabe der BSB, innerhalb der nächsten fünf Jahre die Eilguthalle zu sanieren und umzubauen. Ob da ein Café oder was anderes reinkommt, darüber müssen sich beide Städte noch einigen.

Lindau ist zuständig für den unterhalt der Ufermauern und Molen. Konstanz zahlt für Anlegestellen und Betriebsanlagen im Westhafen. Für ein irgendwann vielleicht nötiges Ausbaggern kommen beide auf.

Lindau sichert außerdem zu, dass die Schiffsbetriebe Zuwege und Fahrkartenschalter bekommen.

(Lindauer Zeitung v. 29.10.09)

 

Stadtrat billigt den Kompromiss einstimmig: Kauf ist ohne jedes Risiko

Einstimmig hat der Stadtrat am Dienstagabend den Vergleich mit den Konstanzern gebilligt. Die LZ hat sich am Tag danach mit Vertretern aller Fraktionen unterhalten.

Am längsten hat Max Strauß (BL) überlegt, ob er zustimmen soll. Bei früheren Abstimmungen war er mehrfach der einzige, der gegen den Kauf des Hafens war. Doch inzwischen ist er überzeugt: "Wir werden nichts verlieren." Und ohne finanzielles Risiko hält auch er es für wichtig, dass Lindau den Hafen im Eigentum hat. Denn aus den Liegeplatzeinnahmen klasse sich der Kauf locker finanzieren.

Uneingeschränkt gilt das natürlich für Bürgermeister Karl Schober (CSU), der sich freut, dass weder Lindau noch Konstanz das Gesicht verlieren. So könne man künftig gemeinsam den Hafen aufmöbeln. Die Teilung des Hafens in einen gewerblichen Teil, in dem vor allem die Schifffahrt das Sagen hat, und einen Teil, der ohne Einschränkungen Lindauern gehört, findet seine volle Zustimmung.

Günther Brombeiß (FB) sieht das bestmögliche für Lindau erreicht. Mehr wäre nur sinnvoll gewesen, wenn Lindau eine eigene Schiffsflotte hätte gründen wollen, was sicher nie Ziel sein werde. Brombeiß freut sich zudem, dass der Kompromiss weitgehend auf der Linie liegt, die seine Fraktion vor gut einem Jahr bereits mit Vertretern des Konstanzer Stadtrates besprochen habe. Gut findet Brombeiß, dass Lindau künftig nicht mehr fragen muss, wenn es Veranstaltungen wie die Hafenweihnacht oder das Hafenfest plant.

"Dem Kompromiss kann ich zustimmen", sagt Dieter Fürhaupter (FW). Es sei gut und wichtig für Lindau, dass es künftig entscheiden kann, wie es im Hafen weitergehen soll. Fürhaupter, der auf der Insel groß geworden ist, hängt am Hafen und sieht dort großes "Entwicklungspotenzial". Denn immerhin gehörten zum Hafen außer Löwe und Leuchtturm auch die Eilguthalle und der so genannte Kapitänsfriedhof

"Weil wir jetzt Gestaltungsmöglichkeiten haben" begründet auch Uli Gebhard (SPD) seine Zustimmung zu dem Kompromiss. Er erinnert daran, dass es bereits Pläne gibt, wie man den Hafen schöner machen kann. Auch wenn es zunächst wichtigere Projekte gibt, lohne es sich, darüber nachzudenken. Zudem sei es immer besser, einen Streit einvernehmlich zu beenden, als für teures Geld vor Gericht zu landen.

Den Schritt hätte Alexander Kiss (BL) nicht gescheut. Er wollte auf jeden Fall Eigentumsrechte für Lindau. Deshalb habe er vor drei Jahren mit der Stadtratsmehrheit auf eine harte Linie gedrängt, als OB Seidl auf die Hälfte des Hafens verzichten wollte. Deshalb sei der Dank eher der Ratsmehrheit als der Oberbürgermeisterin geschuldet.

(Lindauer Zeitung v. 29.10.09)

Kommentar

Das ist eine wirklich historische Entscheidung: Nach mehr als 153 Jahren nimmt Lindau seinen Hafen ins Eigentum.

Eine der vielen offenen Fragen in Lindau ist gelöst. Nach mehr als sechs Jahren Streit mit Konstanz geht der Hafen ins Eigentum der Stadt Lindau über. Das kann man ein historisches Ereignis nennen. Auch wenn sich vordergründig nicht viel ändern wird, ist dieser Schritt wichtig.

Wichtig ist das für die Stadt Lindau. Denn auch wenn das kein Gast verstehen kann, mussten die Lindauer bisher in Konstanz fragen, wenn sie Buden für die Hafenweihnacht aufstellen wollte, ein Hafenfest feiern oder das Seehafenfliegen veranstalten. Die Entscheidungswege waren oft lang, denn am anderen Ende des Sees waren den Beteiligten andere Themen oft wichtiger. Nur so ist es auch zu erklären, dass ein rostendes Schiff über Monate den Platz neben dem Mangturm verschandelt hat, oder dass in diesem Sommer mitten an der schönsten Stelle plötzlich ein hässlicher Prägeautomat stand. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortungsträger in der Inselstadt sorgfältiger mit ihrem Wahrzeichen umgehen.

Wichtig ist das Eigentumsrecht auch, weil der Ausblick auf Löwe und Leuchtturm mit dem See und den Bergen dahinter zwar tatsächlich wunderschön ist. Wer genau hinblickt, sieht aber auch, dass Promenade und Kaimauern sanierungsbedürftig sind. Die Bahn AG hat über Jahre kaum was für den Unterhalt getan. Nun können die Lindauer selbst bestimmen, was da passiert, und sind nicht auf Entscheidungsträger angewiesen, die im Zweifelsfall selbst noch nie ein Eis mit Blick auf den Pfänder gegessen haben.

Wichtig ist der Erfolg auch für Oberbürgermeisterin Petra Seidl, der viele Lindauer zurecht vorgeworfen haben, dass in den wichtigen Themen Hafen, Inselhalle, Bahnhof und Unterführung nichts voran gegangen ist. Nun hat sie den ersten richten Erfolg vorzuweisen. Und bei der Inselhalle deutet sich nach den Entscheidungen des Sommers ebenfalls ein Ergebnis an. Damit hat sie auch Kritiker in den eigenen Reihen vorerst beruhigt. Fehlt aber das Meisterstück, das Seidl in den Verhandlungen mit der Bahn AG machen muss. Bis sich in Sachen Bahnhof was tut, wird es zwar noch viele Jahre dauern, aber zumindest die Unterführung sollte in den Bereich der Möglichkeit rücken. Gelingt das nicht, bekommt sie mit der Wiederwahl ein Problem.

(Lindauer Zeitung v. 29.10.09)

 

Die wichtigsten Daten zum Hafenstreit

Lindau und Konstanz haben sechseinhalb Jahre gestritten, bevor sie sich im Oktober 2009 über die Eigentumsverhältnisse im Lindauer Hafen geeinigt haben.

Eine Chronologie der Ereignisse:

15. Mai 2003: Die Stadtwerke Konstanz übernehmen von der Bahn AG die Bodensee-Schiffsbetriebe. In vielen Medien herrscht Aufregung, weil damit Badener Eigentümer des bayerischen Löwen werden. Konstanz macht prompt ein Angebot: Für einen symbolischen Euro könnte der Freistaat den Löwen haben, müsste dann aber für Unterhalt und Sanierung aufkommen.

Juni 2003: In Lindau beginnen Überlegungen, selbst das Eigentum der 46 394 Quadratmeter Hafenfläche zu übernehmen. Der Hafen besteht aus rund 40 000 Quadratmeter Wasserfläche sowie der Promenade, dem Café Graf samt Kapitänsfriedhof, Eilguthalle, Löwe und Leuchtturm mit den zugehörigen Molen.

15. Juli 2003: Der Stadtrat beschließt in nichtöffentlicher Sitzung mit 27:2 Stimmen, dass Lindau den Hafen kaufen will. Die Räte berufen sich auf Paragraf 24 des Baugesetzbuches, das der Stadt unter gewissen Voraussetzungen ein Vorkaufsrecht einräumt. Lindau sieht die Voraussetzungen als gegeben. Der Freistaat habe bereits Zuschüsse in Aussicht gestellt, sagt Seidl in der LZ.

18. Juli 2003: Die Stadt erlässt einen Bescheid über das Vorkaufsrecht.

24. Juli 2003: Die Stadtwerke Konstanz legen Widerspruch gegen den Bescheid der Lindauer ein. Damit haben beide Städte die rechtlich vorgeschriebenen Fristen eingehalten. Zugleich vereinbaren die Städte, dass sie das Verfahren vorerst ruhen lassen, um eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Der Weg zum Widerspruchsverfahren bei der Regierung von Schwaben mit der Möglichkeit, anschließend vor Gericht zu gehen, bleibt damit für beide Seiten offen.

4. September 2003: Bei einer Veranstaltung der LZ verspricht Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber den Lindauern Zuschüsse für den Fall, dass die Inselstadt den Hafen kaufen kann. Über die Städtebauförderung gebe es eine Förderung, die höchstens 50 Prozent des Kaufpreises betrage.

Dezember 2003: Beide Seiten nehmen sich Spitzenanwälte, um die rechtliche Position zu stärken. In der Folge treffen sich Arbeitsgruppen mit Mitarbeitern aus Lindau und Konstanz immer wieder zu verschiedenen Verhandlungsrunden.

28. August 2005: Die Verhandlungen dauern an. "Wir versuchen, gemeinsam mit der Stadt Lindau ein Konzept für den Hafen zu entwickeln", sagt Kuno Werner, Chef der Stadtwerke Konstanz auf Nachfrage der LZ.

11. Oktober 2005: Lindaus Stadtjurist Achim Frey berichtet im Bauausschuss, dass Lindau und Konstanz jeweils Büros beauftragt haben, die Pläne für die künftige Gestaltung des Hafens entwickeln sollen. Auf diese Weise wolle man unterschiedliche Vorstellungen abgleichen, um vielleicht doch noch den Gang vors Gericht zu vermeiden.

30. Mai 2006: Die beauftragten Planungsbüros stellen den Lindauer Stadträten unter Ausschluss der Öffentlichkeit Vorstellungen von der Zukunft des Lindauer Hafens vor.

27. Juni 2006: Der Lindauer Stadtrat zurrt in nichtöffentlicher Sitzung die Verhandlungslinie fest. Dabei beharren die Räte, die Stadt solle auf jeden Fall um das alleinige Eigentumsrecht kämpfen - notfalls vor Gericht.

20. November 2006: Der Finanzausschuss beschließt, zwei Millionen Euro für den Kauf des Hafens einzustellen. Ob die Summe reicht, ist unklar. Bisher ist Lindau auf grobe Schätzungen angewiesen. Im Ernstfall müsste Lindau genau den Betrag bezahlen, den Konstanz beim Kauf der Bodensee-Schiffsbetriebe für den Lindauer Hafen gezahlt hat. Der Anteil würde aus der Gesamtsumme errechnet.

6. Dezember 2006: In Lindau verhandeln die Oberbürgermeister Petra Seidl (Lindau) und Horst Frank (Konstanz) und erreichen wieder keine Einigung. Seidl lädt Frank in die Januarsitzung des Stadtrates ein.

29. Januar 2007: Im LZ-Interview sagt Konstanz' OB Horst Frank, dass die Bodensee-Schiffsbetriebe nicht nur Mieter sein wollen. Nur die Verfügungsgewalt über die Belange des Schiffsbetriebes geben Investitionssicherheit.

30. Januar 2007: Konstanz' Oberbürgermeister Horst Frank bekräftigt vor dem Lindauer Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung seine Position.

31. Januar 2007: In einer Pressekonferenz beharrt Lindaus OB Petra Seidl auf dem Eigentumsrecht und bietet Konstanz ein dauerhaftes Nutzungsrecht an. Sie setzt den Konstanzern ein Ultimatum: Spätestens Ende Juli werde Lindau das rechtliche Verfahren in Gang setzen, wenn es bis dahin keine Einigung gibt. Zugleich deutet ihr Konstanzer Kollege in einer Presseerklärung ein Entgegenkommen an: Ihm gehe es vor allem um verlässliche Nutzungsrechte.

13. April 2007: In Konstanz gehen OB Petra Seidl (Lindau) und ihr Kollege Horst Frank (Konstanz) ohne Ergebnis auseinander. Beide beharren auf dem Eigentumsrecht.

25. September 2007: Der Stadtrat Lindau setzt ein Ultimatum: Wenn Konstanz nicht bis zum 15. Dezember auf Linie der Lindauer einschwenkt, landet der Streit vor Gericht. Die Lindauer beharren auf dem Eigentumsrecht, versprechen den Konstanzern erneut umfangreiche Nutzungsrechte. Zugleich beurteilen die Räte die vorgelegten Pläne der Planungsbüros für die Neugestaltung des Hafens. Die Räte treffen einige Grundsatzentscheidungen: Von der Promenade aus sollen große Sitzstufen ins Wasser führen. Das Café Graf darf abgerissen werden, damit an der Stelle ein repräsentativer Platz entstehen kann. Die Eilguthalle soll für Ausstellungen und ein Café hergerichtet werden. Der ganze Hafen soll neu gepflastert und mit einheitlichem Mobilar versehen werden.

Oktober 2007: Weil Bregenz bei den Bürgern per Fragebogen die Meinung zu den Plänen für die Hafenneugestaltung einholt, kommt in Lindau eine Diskussion auf. OB Petra Seidl verweist aber darauf, dass die Inselstadt erst Eigentümerin des Hafens sein müsse, bevor sie die Bürger in die Planung einbindet.

31. März 2008: Kurz nachdem das einmal verlängerte Ultimatum des Stadtrates abläuft, deuten die Konstanzer Entgegenkommen an. Beide Städte steigen in Verhandlungen ein, um eine gemeinsame Hafenbetriebsgesellschaft zu gründen. Bis zu den Sommerferien soll der Hafenstreit vom Tisch sein.

30. April 2008: Christoph Moench, Rechtsberater der Stadt Lindau, berichtet im Stadtrat, dass sich die Verhandlungen zur gemeinsamen Hafen-GmbH vor allem ums Geld drehen. Er äußert sich aber zuversichtlich, dass man sich bis zum Sommer einigen werde.

22. Juli 2008: Der Stadtrat erklärt die Verhandlungen mit Konstanz für gescheitert. Die BSB wollten nicht die von Lindau geforderten 150.000 Euro Jahrespacht dafür bezahlen, dass die Schiffe der Weißen Flotte den Hafen nutzen dürfen. Lindau fordert daraufhin das Landratsamt auf, das ruhende Widerspruchsverfahren aufzunehmen und den Bescheid der Inselstadt zum Vorkaufsrecht zu prüfen. Das ist Voraussetzung für den Weg vor die Verwaltungsgerichte.

August 2008: Nachdem sich die Fraktionen der Freien Bürgerschaft Lindau mit den Freien Wählern aus Konstanz getroffen haben, gibt es Wirbel in der Konzilsstadt, die Gemeinderäte hätten Geheimnisse verraten. Erst nach Gesprächen der Räte mit OB Horst Frank legt sich der Staub.

2. Oktober 2008: Petra Seidl erläutert vor dem Konstanzer Gemeinderat unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Position der Lindauer. Bei der anschließenden Pressekonferenz kocht der Streit wieder hoch.

November 2008 bis Juli 2009: Die Entscheidung des Landratsamtes lässt auf sich warten. Mehrfach verschiebt der zuständige Jurist Robert Fischer die Entscheidung, weil die Parteien Schriftsätze einsenden, auf die die jeweils andere Seite wieder antworten muss.

Juni 2009: Am Rande der Nobelpreisträgertagung in Lindau begegnen sich die Oberbürgermeister Petra Seidl und Horst Frank und verabreden neuerliche Kompromissgespräche.

August 2009: Weil Seidl ihm von der Erfolg versprechenden Kompromisssuche berichtet hat, setzt Landrat Elmar Stegmann die Entscheidung des Landratsamtes über das Vorkaufsrecht aus. Er setzt Lindau und Konstanz eine Frist bis Ende Oktober. Wenn sich beide bis dahin nicht einigen, werde seine Behörde Anfang November entscheiden.

17. September 2009: im Gespräch mit der Lindauer Zeitung bestätigt OB Petra Seidl, dass sie mit ihrem Konstanzer Kollegen einen Vergleichsvorschlag erarbeitet habe. Die Gremien beider Städte müssten nun darüber beraten. Das letzte Wort habe am 27. September der Lindauer Stadtrat.

27. Oktober 2009: Nachdem der Lindauer Finanzausschuss sowie der Aufsichtsrat der Stadtwerke Konstanz und die Beiräte der Bodensee-Schiffsbetriebe und der Bodensee-Hafengesellschaft dem Vergleichsvorschlag bereits zugestimmt haben, entscheiden sich auch die Stadträte in nicht-öffentlicher Sitzung einstimmig dafür, den Hafenstreit zu beenden.

28. Oktober 2009: Die Oberbürgermeister Petra Seidl und Horst Frank verkünden bei einer Pressekonferenz auf der MS Karlsruhe im Lindauer Hafen den Kompromiss.

(Lindauer Zeitung v. 29.10.09)  

 

Hafen hat den Lindauern noch niemals gehört

Auch wenn manch ein Lindauer davon spricht, man habe den Hafen "zurück" - gehört hat der große Seehafen den Lindauern noch nie. LZ-Mitarbeiter Werner Dobras hat vor drei Jahren, zum 150. Geburtstag des Hafens die Geschichte der Lindauer Häfen aufgearbeitet.

Eigentlich sind es ja mehrere Häfen, die zu unterschiedlichen Zeiten von den Schiffen angesteuert werden konnten. Bis ins Mittelalter reichen jedenfalls solche Anlagen auf der Insel zurück. Es gehört wenig Phantasie dazu, sich auszumalen, dass eine Insel von jeher auf den Zu- und Abgang von Schiffen angewiesen war und ist. Bevor eine Seebrücke entstand, gab es keine andere Möglichkeit. Als schließlich der bis 1079 in Aeschach befindliche Markt auf die Insel verlegt wurde, musste man immer mehr über den Bau einer Brücke nachdenken.

Wo befand sich der erste Lindauer Hafen? Auch wenn wir nicht viel darüber wissen, ist uns bekannt, dass es sozusagen zwei erste Häfen auf der Nordseite der Insel gab: einen größeren bei der Peterskirche und einen anderen dort, wo sich heute der Alte Schulplatz befindet. Wahrscheinlich waren es zwei Gründe, die für diese uns heute ungewöhnlich erscheinende Lage sprachen: der windgeschützte Winkel und die Nähe zum Festland.

Für etwa 1360 ist in den stiftischen Zinsbüchern eine Schiffslände bei der Peterskirche bezeugt. Der heutige Turm der St. Peterskirche macht auf die einst dort gelegene Lände aufmerksam. An seiner Stelle befand sich nämlich ein Vorgängerturm, der die gleichen Aufgaben wahrnahm wie weiter ostwärts die so genannte Heidenmauer, nämlich die Bewachung der Zugangsstellen zur Insel. Nach der Auffüllung der Lände, wohl im 13. Jahrhundert, und der Errichtung des Diebsturms ein Jahrhundert später, hatte er aber seine Aufgaben verloren. Er scheint nach und nach verfallen, vielleicht als Steinbruch verwendet worden zu sein. Bezeichnenderweise hieß dieses Plätzchen "Die Neue", also aufgeschüttetes Gelände.

Als 1425 die Peterskirche einen neuen Turm erhielt, wurde er genau an der ursprünglichen Stelle und mit gleichem Grundriss errichtet. Damit erklärt sich die auffallende Schrägstellung des Kirchturms. Ein zweiter Hafen befand sich etwa dort, wo sich heute der Alte Schulplatz ausbreitet.

Militärische Gründe sprachen um 1200 oder etwas später für den Bau des Mangturms. Seinen heutigen Namen trug er damals noch nicht, den erhielt er erst, als die Tuchhallen zu seinen Füßen errichtet wurden. Der Turm war früher nur über einen Wehrgang zugänglich. Auch der Mangturm hat sein Aussehen in den Jahrhunderten verändert: Einige Fenstereinbrüche am Turm stammen aus späterer Zeit, und das Obergeschoss wurde auch verändert. Erst im 19.Jahrhundert erhielt der Turm sein farbiges Zeltdach. Als sich die Schifffahrt mehr und mehr ans Südufer verlagerte, wandelte sich sein Aufgabengebiet rasch. Er wurde zum eigentlichen Leuchtturm.

Mitte des 18. Jahrhunderts hatten Lindau und Bregenz die größten Häfen am See und dazu auch die größten Schiffe, die Lädinen. Nachts eintreffende Schiffe mussten dem Posten Herkunft und Namen der Besatzung zurufen. Schon im 16. Jahrhundert wurden vom Mangturm aus die einlaufenden Schiffe "angeblasen", das heißt, der Bläser auf dem Turm gab je nach Größe des Schiffes zwei oder drei Trompetenstöße nach der Seite ab, aus der sich das Schiff näherte. So wusste der Faktor gleich, wo er das ankommende Schiff erwarten konnte.

Nicht einfach genug kann man sich den Hafen vorstellen, wie er sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts präsentierte. Die Lände - mehr war es ja eigentlich nicht - war bis anno 1810 nur durch zwei Pfahlreihen und die Römerschanze im Osten gegen Naturgewalten gesichert. Ein im Jahr 1541 erneuerter und 1590 erweiterter Damm sorgte für den Zugang.

Nun aber, im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, sah man ein, dass dies kein Zustand mehr war. Da in Lindau wohl der wichtigste Hafen im neuen Königreich Bayern lag, entschloss sich König Maximilian I. zum Neubau und beauftragte seinen Brücken- und Straßenbaudirektor C.F. v. Wiebeking, nach Lindau zu fahren. Was er von dieser Dienstreise berichtete, war alles andere als schön: Solche Pfahlwände, wie sie den Hafen schützen sollten, gäben der Insel ein "sehr trauriges Ansehen" und nützten noch dazu kaum etwas, da die Wellen einfach darüber hinwegrollen könnten. Es wunderte Wiebeking nicht, dass die Sicherheit für die Schiffe nicht gegeben sei. Auch waren die Pfähle entweder verfault oder abgebrochen.

Nun entstand eine Anlage mit zwei versetzten Dämmen, deren einer von der Römerschanze, der andere vom Mangturm ausging. Wiebeking hat anschließend über den Hafen eine Schrift "Beschreibung des bey Lindau angelegten Hafens" verfasst. Damals musste leider die malerische Jakobskirche auf der Römerschanze weichen. Schiffsweise wurden Steine von der kurz zuvor abgebrochenen Klosterkirche Mehrerau herbeigeschafft.

Mitte des 19. Jahrhundert war Lindaus Hafen schon wieder zu klein und genügte nicht mehr den Erfordernissen. Sand- und Schlammreste mussten von Zeit zu Zeit entfernt werden, um Untiefen zu vermeiden. 1840 wurde der Hafen ausgebaggert, weil die Wassertiefe für die immer größer werdenden Schiffe nicht mehr ausreichte. Gleichzeitig wurden die immer mehr verfallenden Mauern ausgebessert. Man begann also schon mit kleinen Veränderungen. So wurde die alte Dammbrücke bis zum ehemaligen Lukenhäuschen abgetragen, ebenso das kurze Mauerstück mit dem gedeckten Gang, das die "Hintere Färb", wo heute das Hotel Helvetia steht, und den Mangturm verband.

Durch den Bau der Eisenbahn wurde der Bedarf an Schiffen noch größer. Das Königreich Bayern, dem der Hafen seit 1843 gehörte, musste nach einem knappen halben Jahrhundert schon wieder zum Umbau schreiten. Am westlichen Damm erhob sich nun der neue Leuchtturm, der die Aufgaben des Mangturms übernahm. Die östliche Mole erhielt den Löwen aus Kelheimer Sandstein. Als der Löwe angeliefert wurde, musste die Stadtverwaltung die Bevölkerung ersuchen, während des Transportes der "Löwen-theile zum Landeshoheitszeichen sich jeder Störung der Arbeiter durch unbefugtes Hinzudrängen zu enthalten, damit allfällige Beschädigungen und Unglücksfälle vermieden bleiben". Der Münchner Bildhauer Professor Johann Halbig hatte sich als Modell den Löwen aus einer Menagerie ins Atelier geholt.

Bauherr war auch diesmal ein Maximilian, nämlich der Zweite, dem man gleich noch ein Monument zwischen Bahnhof und Bayerischem Hof errichtete. Schon 1870 heißt es in einer Beschreibung Lindaus: "Der Leuchtthurm in seiner schön-proportionirten, eleganten Form, den von Konstanz weit überragend, (die anderen Bodenseehäfen besitzen bis zur Stunde keine vergleichbaren Anstalten), bietet dem Besteiger von seiner schönen Zinne aus, eine wundervolle Aussicht auf das großartige Panorama."

Änderungen in der Hafenanlage gab es aber auch später noch. So wie der Hafen 1856 aussah, zeigt er sich heute nicht mehr so ganz. Im Grunde genommen war auch der neue Hafen zu klein. Mit der neuen Bahnlinie München-Lindau nahm nicht nur der Zustrom der Touristen zu, auch die Warentransporte stiegen für damalige Zeiten beachtlich. Zunächst war es noch möglich, den Verkehr einigermaßen zu bewerkstelligen. Noch konnten die ankommenden Güterzüge problemlos entladen und die Waren auf die Schiffe gebracht werden. Auf Dauer aber war das viel zu zeitaufwendig und teuer. Man suchte nach besseren Möglichkeiten und fand sie schließlich im so genannten Trajektverkehr. Als Gefährt benutzte man Dampfschiffe, auf denen Schienen gelegt wurden. Mit einer Winde konnten die einlaufenden Züge auf den Kahn gezogen werden. Ein mühseliges Umladen war nicht mehr nötig.

Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts erhielt der Hafen ein Geländer, nachdem man sich 1894 noch gestritten hatte, ob die Stadt oder der Staat die Kosten zu tragen habe. 1899 wurde vor der Hafeneinfahrt an einer besonders gefährlichen Stelle ein Signalturm gebaut. Die Lindauer hätten aber eine ganz andere im Raume schwebende Veränderung schwerlich ertragen, und uns Heutigen würde tatsächlich etwas fehlen. Um 1913 nämlich überlegte man immerhin, vielleicht nicht allzu ernsthaft, den Mangturm abzubrechen. In den Jahren zuvor hatte sich an der Ostseite des Turms ein starker Riss bemerkbar gemacht. Schon 1906 hatte man deswegen Untersuchungen angeordnet. Über die Ursachen war man sich aber nicht ganz einig. War das Erdbeben vom 16. November 1911 daran mitschuldig? 1913 sah sich das Landbauamt jedenfalls zu einer weiteren Untersuchung genötigt.

Als man die Grundmauern innen und außen freilegte, zeigten sich diese in einem sehr schlechten Zustand. Das Amt hielt eine Auswechslung von Fundamenten für dringend notwendig. Nur wollte keiner die Kosten tragen, weder das Zollärar als Besitzer des Turms noch die Stadt noch irgendjemand sonst. Gegen einen Gesamtabbruch aber wehrte sich die Stadt vehement, da der Turm "nicht nur einen hohen kunsthistorischen Wert besitzt, sondern auch die malerische Wirkung des reizenden Hafenbildes wesentlich erhöht". Am Schluss des Berichts heißt es: "Und so vertraut die Stadt Lindau, wie einst der Müller von Sanssouci auf die Gerechtigkeit des Staates und hofft, dass er dafür Sorge trägt, dass der alte Leuchtturm als Denkmal seiner Gerechtigkeit ihr erhalten bleibt."

Wie wir sehen: Die "Gerechtigkeit" hat gesiegt. Völlig vergessen sind die nach Kriegsende 1919 angestellten Überlegungen, den Hafen wiederum dorthin zu verlegen, wo er im Mittelalter schon einmal seinen Platz hatte, an den Kleinen See. Aus dem bisherigen Hafen hätte dann ein Eislaufplatz und Wassersportanlage werden sollen. Überhaupt scheinen die Lindauer auf ihren Hafen recht stolz gewesen zu sein. Als 1910 das Zollamtsgebäude fertig wurde, liefen die Lindauer Sturm gegen die hohe Mauer, die das Haus umgab, weil sie den Hafen einengte. Nach Kriegsende 1919 gab es vereinzelte Stimmen, den Hafen wiederum dorthin zu verlegen, wo er im Mittelalter schon einmal seinen Platz hatte, an den Kleinen See. Aus dem bisherigen Hafen hätte dann ein Eislaufplatz und Wassersportanlage werden sollen

1933 erfolgte die Grundabtretung des Seehafenplatzes und seiner Nebenflächen sowie des Alten Leuchtturms seitens des Bayerischen Staates an die Stadtgemeinde. Das Hafenkommissariat, bisher vom Zollamt ausgeübt, ging auf den ersten Bürgermeister über. Die Stadt übernahm also damals den ganzen Hafenplatz, Streitigkeiten gab es nur wegen des Werfthafens, der sich am Ufer zwischen Hafen und Gerberschanze befand. Schließlich stellte das bayerische Staatsministerium der Finanzen 1936 fest, dass dieser zwei Jahre zuvor durch Gesetz in das Eigentum des Staates übergegangen sei. In den letzten Kriegstagen war der Hafen sogar einmal für kurze Zeit ohne Schiffe. Damals entschieden sich engagierte Männer zu einer waghalsigen Aktion. Dr. Otter von der Reichsbahndirektion Augsburg verhandelte kurzentschlossen und unerlaubt mit den Schweizer Behörden und erreichte, dass alle zehn (es können auch elf oder zwölf gewesen sein) im Lindauer Hafen liegenden deutschen und österreichischen Schiffe in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1945 in die Schweiz gebracht wurden. Die geradezu tollkühne Ausführung oblag dem pensionierten Kapitän Armin Fesslin mit deutschen und österreichischen Matrosen. Mit Motorbooten kehrten die Besatzungen ans deutsche Ufer zurück. Von diesen Männern, die so viel Mut bewiesen hatten, redet heute keiner mehr, verdienen würden sie es aber. Hätten sie vielleicht einen Straßennamen verdient?

Im Juni 1984 musste die Löwenmole wegen dringender Sanierung geschlossen werden. Vereinzelte Überlegungen zum Abbruch wurden von Landesdenkmalamt und Stadt energisch zurückgewiesen. Als sich zeigte, dass eine Sanierung billiger komme als ein Neubau, waren auch die letzten Gegner beschwichtigt. Im Februar 1986 begannen die Bauarbeiten. Am 30.Mai 1987 konnte Lindau anlässlich der Wiederherstellung der Löwenmole ein Molenfest feiern, außerdem den 25. Geburtstag des Motorschiffes "München".

(Lindauer Zeitung v. 29.10.09)

 

Lindau bekommt den Hafen zum Schnäppchenpreis

Endlich bekommt Lindau den Hafen ins Eigentum. 153 Jahre nach der Fertigstellung des Wahrzeichens mit Löwe und Leuchtturm ist Lindau endlich Herr im eigenen Hafen.

Nach sechs Jahren ist der Hafenstreit zwischen Lindau und Konstanz beendet. Beide Seiten haben sich geeinigt. Zuletzt haben am Dienstagabend die Stadträte den Vergleich einstimmig gebilligt. Die Oberbürgermeister Petra Seidl und Horst Frank berichteten heute Vormittag, dass Lindau Eigentümer des Hafens mit dem bayerischen Löwen wird, Konstanz bekommt großzügige und langfristige Nutzungsrechte für die Schiffe der Weißen Flotte. Dafür muss die Inselstadt nicht mal allzu tief in die Tasche greifen: Die im Haushalt bereit stehenden zwei Millionen Euro reichen "dicke", wie Seidl sagte, um den Kauf mitsamt aller Nebenkosten abzuwickeln. Was Konstanz im Gegenzug für die Nutzung zahlen muss, ließen beide offen. Der rund 46.000 Quadratmeter große Lindauer Hafen ist die schönste Hafenanlagen am Bodensee. Mit den Ausflugsschiffen kommen jährlich rund 350.000 Passagiere nach Lindau, damit ist er das wichtigste Ziel für die Schifffahrt am Bodensee.

(Lindauer Zeitung v. 28.10.09)

 

Lindauer Hafen bleibt bayerisch

Der Lindauer Bodenseehafen bleibt bayerisch. Nach sechs Jahren ist der Streit um das malerisch gelegene Gelände mit dem Löwenstandbild zwischen Lindau und Konstanz beigelegt. Beide Seiten erzielten nach Angaben der Stadt Lindau vom Mittwoch eine Einigung.

Diese wurde von den jeweiligen Stadträten einstimmig gebilligt. Dadurch wurde der ursprünglich von beiden Seiten angestrebte Gang vors Oberverwaltungsgericht überflüssig.

Der Kompromiss sieht vor, dass Lindau Eigentümer des Hafens wird, Konstanz erhält im Gegenzug großzügige und langfristige Nutzungsrechte der Anlage. Die Einigung habe Lindau rund zwei Millionen Euro gekostet, sagte ein Sprecher. Der rund 46.000 Quadratmeter große Lindauer Hafen gilt als eine der schönsten Hafenanlagen am Bodensee. Mit den Ausflugsschiffen kommen jährlich rund 350.000 Passagiere nach Lindau. Die Konstanzer Stadtwerke hatten 2003 von der Deutschen Bahn AG die Reederei Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) mit den dazugehörenden Hafenanlagen gekauft. Dazu gehörte auch das Hafenareal in Lindau. Die Stadt hatte aber ein Vorkaufsrecht geltend gemacht. Oberbürgermeisterin Petra Seidl (parteilos) hatte gedroht, Ansprüche auf das historische Ensemble mit dem Wahrzeichen, dem sechs Meter hohen bayerischen Löwen aus Stein, notfalls juristisch durchzusetzen.

Nach langem Hin und Her hatte dann das Konstanzer Stadtoberhaupt Horst Frank (Grüne) einen Verzicht auf das Eigentum am Lindauer Hafen signalisiert und eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Hafenbetriebsgesellschaft ins Spiel gebracht.

Die jetzt gefundene Lösung sieht vor, dass Lindau Eigentümer an allen Flächen im Seehafen wird. Die Einnahmen aus dem Sportboothafen (Osthafen) gehen an Lindau. Konstanz erhält das Nutzungsrecht für den Westhafen. Dies wird im Grundbuch dauerhaft festgeschrieben. Konstanz erhält in Lindau ein Erbbaurecht an Grundstücken für eine Eilgut-Halle mit Tankanlage mit einer Laufzeit von 50 Jahren und wird die Tankanlage unter die Erde verlegen. Zuständig für den Unterhalt der Ufermauern und Molen ist Lindau. Die Anlegestellen und Betriebsanlagen innerhalb der Wasserfläche des Westhafens werden von Konstanz unterhalten. Kosten für die Ausbaggerungen des Hafenbeckens werden zwischen beiden Städten geteilt.

(Südkurier v. 28.10.09)

 

Hafenstreit am Bodensee beigelegt

Nach sechs Jahren ist der Hafenstreit zwischen Lindau und Konstanz beendet. Beide Seiten konnten nach Angaben der Stadt Lindau vom Mittwoch eine Einigung erzielen, die von den jeweiligen Stadträten einstimmig gebilligt wurde.

Danach wird Lindau Eigentümer des Hafens mit dem bayerischen Löwen bleiben, Konstanz bekommt großzügige und langfristige Nutzungsrechte der Anlage. Die Einigung habe Lindau rund zwei Millionen Euro gekostet, sagte ein Sprecher. Der rund 46.000 Quadratmeter große Lindauer Hafen gilt als eine der schönsten Hafenanlagen am Bodensee. Mit den Ausflugsschiffen kommen jährlich rund 350.000 Passagiere nach Lindau.

(Südkurier v. 28.10.09)

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