Weniger Passagiere an Bord

Das Geschäft mit der Schifffahrt auf dem Bodensee wird schwieriger . Auch 2006 sinkt die Zahl der Passagiere der Weißen Flotte . Die Konstanzer Stadtwerke stehen aber weiter zum Katamaran und zum geplanten Kauf der Schweizer Flotte .

"Der Bodenseetourismus wächst nicht, er schrumpft langsam", sagte gestern der Geschäftsführer der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB), Jörg Handreke . "Das wird auch 2006 anhalten . " Die Folge sieht er an Bord seiner 14 BSB-Schiffe . Die Decks sind leerer als im Vorjahr . Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt 2005 sind bisher 250000 Menschen weniger mit dem Schiff gefahren . Insgesamt zählte die BSB im Vorjahr am Ende 2,7 Millionen Passagiere, auch das waren weniger als im Jahr zuvor .

Als Grund für sinkende Fahrgastzahlen gelten der trübe Mai und der WM-Monat Juni . Im Juli liegen die Zahlen nach BSB-Angaben wieder auf Vorjahresniveau . Bei der Präsentation der BSB-Bilanz hieß es, die Zeit der "Massendampfer" sei vorbei . Der Trend gehe zu kleineren Schiffen mit mehr Komfort und Charterfahrten . Ziel sei, die Flottenkapazität um 10 bis 15 Prozent zu verkleinern .

Trotz weniger Passagiere verzeichneten die BSB 2005 einen nahezu stabilen Umsatz und können weiter einen Gewinn (649000 Euro) ausweisen . Grund: Die Katamaran-Reederei kauft bei ihnen Schiffsführer und technische Dienstleistungen ein .

Auch sonst reden die Stadtwerke Konstanz als BSB-Eigentümer und Mitgesellschafter der Katamaran-Reederei begeistert von der Schnellfähre Konstanz-Friedrichshafen . "Wir sind vom Erfolg überwältigt", sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Kuno Werner . Die niedrigen Fahrgastzahlen im Januar und Februar hätten am Ausfall eines der Schiffe gelegen . Sie hatten den Fahrgastschnitt unter die angepeilte Marke von 1200 Menschen täglich gedrückt . Darum sei der dritte Katamaran nötig, sagte Werner . Ohne solch ein drittes Schiff sei der Betrieb der Linie gar nicht möglich . Man habe "schon immer" gewusst, dass es anzuschaffen sei .

Die Stadtwerke halten auch an ihrer Absicht fest, die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) zu kaufen . Das Angebot der Stadtwerke stehe, sagte Werner . Nun müsse der Ausgang des "hoch politischen" Vergabeverfahrens abgewartet werden . Mit einem Ergebnis rechnet Werner zum Jahresende . Die Schweizer Bundesbahnen als Eigentümer der Schweizer Flotte hatten den Verkauf offen ausgeschrieben . Weiterer Interessent ist eine Thurgauer Investorengruppe .

(Frank van Bebber/Schwäbische Zeitung v. 02.08.06) 

 

Weniger Leute fahren mit dem Schiff

Trotz eines Fahrgastrückgangs von zwei Prozent haben die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) ihren Umsatz auf knapp zwölf Millionen Euro gesteigert . Das hat BSB-Geschäftsführer Jörg Handreke in der Bilanzpressekonferenz der Stadtwerke Konstanz gesagt .

156 Mitarbeiter - das ist einer weniger als 2004 - haben 2005 insgesamt 11,982 Millionen Euro erwirtschaftet, 2004 waren es noch 11,954 Millionen Euro . Davon resultieren aus dem Kursverkehr rund 7,95 Millionen Euro, aus der Bodensee-Fähre (nur BSB) rund 1,79 Millionen Euro . Ausflugs- und Programmfahrten erbrachten insgesamt 987.395 Euro, Charterfahrten 736.709 Euro . Befördert wurden allerdings weniger Fahrgäste: Während es im Jahr 2004 noch 2,75 Millionen waren, sank diese Zahl 2005 auf 2,7 Millionen . Das entspricht einem Minus von 1,82 Prozent . Im Vergleich zu 2004 wurden mit 360  377 Kilometer 26  429 Kilometer mehr zurückgelegt . Das entspricht einem Plus von 7,9 Prozent . "Nach der Indienststellung des neuen Schiffes im Juli, der "Lindau", werden in den nächsten Monaten auch der Fahrplan, der Schiffeinsatz und die Programmangebote weiter entwickelt", hieß es . Weitere Neuerung: Seit 2005 wird bei den Bodensee-Schiffsbetrieben der Ausbildungsgang "Binnenschiffer/ in" angeboten .

Die Bodensee-Hafengesellschaft mbH hält ihren Umsatz in Höhe von 624  000 Euro im vergangenen Jahr (das bedeutet gegenüber 2004 mit 
613.000 Euro ein Plus von 1,8 Prozent) vor allem durch die Pachtzahlungen der BSB für die Benutzung der Häfen . Zwei Mitarbeiter werden für die Bodensee-Hafengesellschaft geführt .

Katamaran-Fahrt wird teurer

Unterdessen hat Stadtwerke-Konstanz-Geschäftsführer Kuno Werner der SZ für die Katamarane eine "moderate Fahrpreisanpassung" angekündigt, die noch mit dem Beirat der Reederei abgestimmt werden muss . Derzeit kostet eine Fahrt 8,50 Euro . Verantwortlich für die Verteuerung ist laut Werner die Entwicklung auf dem Treibstoffmarkt . Ein offenes Geheimnis ist zudem, dass die Defizite von " Constanze " und "Fridolin" höher ausfallen als ohnehin erwartet .

(Schwäbische Zeitung v. 02.08.06)

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