Katamaran erneut mit Fahrgast-Rekord

Mit einem sehr guten Dezember hat der Katamaran das bereits ausgezeichnete Vorjahresergebnis sogar noch überflügelt: 437.000 Fahrgäste waren an Bord der Schnellschiffe zwischen Friedrichshafen und Konstanz unterwegs – 5.000 mehr als 2011. Das Defizit bleibt mit unter 400.000 Euro auf dem hervorragenden Vorjahres-Niveau. Die Oberbürgermeister der beiden Städte, Uli Burchardt (Konstanz) und Andreas Brand (Friedrichshafen) zeigten sich denn auch sehr erfreut: „Das bisherige Rekordjahr 2011 war keine Eintagsfliege, der Katamaran bleibt auf hohem Niveau.“ Erleichterung bringt zukünftig auch die neue wasserrechtliche Erlaubnis. „Wir rechnen mit jährlichen Einsparungen im sechsstelligen Euro-Bereich“, sagt Reederei-Geschäftsführer Jörg Handreke.

Noch nie waren mehr Fahrgäste an Bord von Fridolin, Constanze und Ferdinand als 2012. „Nach einem schwachen Frühjahr mit Eis im Februar und schlechtem Wetter im April hätten wir das nicht für möglich gehalten“, ist Oberbürgermeister Brand erleichtert. „Doch danach haben wir in nahezu jedem Monat die Vorjahreszahlen toppen können, im Dezember um fast ein Drittel“, so Brand, für den die Verbindung nach Konstanz „eine wachsende Bedeutung für die Lebensqualität der beiden Städte“ hat.

Das bestätigt der Konstanzer OB Burchardt: „Der Katamaran ist wirklich ein Bindeglied zwischen Konstanz und Friedrichshafen geworden“, zieht er Bilanz. „Ob zu den verkaufsoffenen Sonntagen in beiden Städten, zu den Messen in Friedrichshafen oder den Festen in Konstanz – es findet ein reger Austausch statt.“ Der gebürtige Konstanzer erinnert sich: „In meiner Jugend war Friedrichshafen für uns sehr weit weg. Durch den Katamaran ist das heute völlig anders.“ Das strahle auch auf die gesamte Region aus und verbinde den Bodenseeraum.

Für die ausgezeichneten Fahrgastzahlen hauptsächlich verantwortlich seien die zahlreichen Preisaktionen, berichtet Reederei-Geschäftsführer Manfred Foss. „Wir haben den Ansatz von 2011 weiter optimiert und neue Aktionen hinzugefügt – zum Beispiel die Aktion ‚14 Euro ab 14 Uhr‘, die den ganzen Sommer über lief und sehr erfolgreich war.“

Ebenfalls erfreulich: Auch bei den Stammgästen wird der Katamaran immer beliebter. Über 1.200 Monats- und Jahreskarten hat die Reederei 2012 verkauft, 58 Prozent mehr als 2011. Die KatCard erweist sich ebenfalls als Zugpferd: Die Rabattkarte, mit der die Einzelfahrt immer nur fünf Euro kostet, nutzten 125 „Mehrfahrer“ – auch dies ein Zuwachs von 80 Prozent. Eine weitere Zielgruppe, die an Bedeutung gewinnt, sind die Radfahrer: 2012 nahmen die Katamarane über 15.000 Fahrräder mit, fast 20 Prozent mehr als 2011.

Ebenfalls erfreulich: Das Defizit fällt 2012 voraussichtlich ähnlich hervorragend aus wie im Jahr zuvor. Und das, obwohl das Ergebnis 2011 noch besser war als zunächst verkündet. „2011 hatten wir statt der zunächst kommunizierten 600.000 Euro Verlust letztlich nur 374.000 Euro“, erklärt Foss. „Dass wir dieses ausgezeichnete Ergebnis 2012 nahezu wieder erreichen, freut uns sehr und macht uns stolz.“ Denn es komme hinzu, so Foss, dass die Reederei 2012 deutlich höhere Treibstoffpreise und Wartungskosten für die älter werdenden Motoren zu tragen hatte. „Unter 400.000 Euro Defizit, das entspricht einem Kostendeckungsgrad von 88 Prozent und ist ein Spitzenwert“, so der Reederei-Chef. Bundesweit erreichten Verkehrsunternehmen im Durchschnitt 78 Prozent.

Mit zum Erfolg beigetragen hat die Tatsache, dass die Katamarane weiterhin sehr zuverlässig unterwegs sind. Abgesehen von dem einwöchigen Betriebsstopp infolge Eisgangs in den Häfen im Februar lag die Verfügbarkeit der Katamarane bei über 99 Prozent. . Lediglich bei vier der insgesamt – zumeist sturmbedingten – 96 Kursausfälle waren technische Störungen die Ursache. „Wir sind sehr zufrieden mit diesen Werten“, erklärt Geschäftsführer Handreke.

„Bis Ende 2013 wird die Reederei die Haupt-Antriebsmotoren der Katamarane erneuern“, berichtet Handreke. „Nach acht Betriebsjahren mit rund 64.000 gefahrenen Kursen, größtenteils unter Volllast der Motoren, ist es mittelfristig wirtschaftlicher die Motoren zu erneuern als sie kostenaufwändigen Haupt-Revisionierungen zu unterziehen“, so der Katamaran-Technikchef.

A propos Volllast: Hier wird die neue wasserrechtliche Erlaubnis, die das Landratsamt Konstanz im Dezember erlassen hat, kurzfristig spürbar Erleichterung bringen – für die Reederei wie für Umwelt. Denn künftig sind die Katamarane in Sommer und Winter auf einer einheitlichen Route und mit angepassten Geschwindigkeiten unterwegs. „Wir dürfen künftig in den Anfahrtbereichen vor Konstanz und Friedrichshafen etwas schneller fahren und brauchen dafür auf dem See nicht mehr mit Vollgas zu fahren“, so Handreke. „Das bringt der Reederei beim Kraftstoff jährliche Kosteneinsparungen im hohen fünfstelligen Euro-Bereich und der Umwelt eine jährliche Entlastung von 420.000 kg beim CO2-Ausstoss“ erklärt Handreke.

Eher mittelfristig entlastend werden sich die weiteren Bestimmungen der wasserrechtlichen Erlaubnis auswirken. So wurden bei der Einführung der Schiffsverbindung zunächst zwei Schiffsführer auf der Kommandobrücke der Katamarane vorgeschrieben. So sieht sie einen Schiffsführer und einen Matrosen oder Motorenwart – statt zweier Schiffsführer – vor. Außerdem kann die Reederei zukünftig auf Zusatzeinrichtungen wie eine zweiten Radaranlage oder eine Wärmebildkamera verzichten. „Die bisherigen Bestimmungen waren für uns restriktiver als für alle anderen Schiffe auf dem Bodensee. Deswegen begrüßen wir die erfolgte Gleichbehandlung der Katamarane mit anderen Fahrgastschiffen“, so Handreke: „Wir haben qualifizierte Katamaran-Besatzungen gemäß den bisherigen Auflagen und brauchen jetzt etwas Zeit, um die möglichen Kosteneinsparungen zu realisieren.“ Gleiches gelte für die technischen Zusatzausrüstungen, wo Einsparungen erst bei einer möglichen Ersatzbeschaffung greifen können.

„Mit der neuen wasserrechtlichen Erlaubnis haben wir eine gute Basis für die Zukunft“, blickt Handreke auf die nächsten Jahre. Und Foss ergänzt: „Wir sind weit entfernt von ruhigen Gewässern. Aber wir haben nun technisch und vertrieblich sehr gute Voraussetzungen für die nächsten Jahre geschaffen.“

(Katamaran-Reederei Bodensee v. 28.01.13)  

zurück